Vom Kreuzgang aus, welcher hinter der Kirche liegt, bietet sich folgendes Bild.
Es war Anfang des 13. Jahrhunderts. In Frankreich setzte sich ein neuer Baustil durch, die Gotik. Und so versuchte man sich hier auch daran und bekam ungeahnte Hilfe. In Reims stockte der Bau der Kathedrale und die Baumeister und Steinmetze kamen nach Trier und brachten ihr Wissen über die Gotik mit den Spitzbögen und Rippengewölben mit. So entstand die Liebfrauenkirche als erste gotische Kirche auf dem Gebiet des jetzigen Deutschland.
Aber auch hier war man vom Geldmangel nicht verschont geblieben. Manche Dinge ändern sich irgendwie nie. Und so versuchte man durch einen Ablasshandel in Köln das Geld für den Weiterbau zu beschaffen, was letztendlich auch klappte. Zum Dank schloss man zwischen Köln und Trier einen Zollvertrag. Dieser wurde außen am Dom im Bereich des Westportales "in Stein gemeißelt".
Ursprünglich erhielt die Kirche eine lange Turmspitze. Diese fiel jedoch einem Sturm im Jahre 1631 zum Opfer. Der Turm erhielt dann ein Walmdach, welches noch heute die Kirche ziert.
Die Deckenmalerei ist wunderschön.
Als Napoleon 1804 Trier besuchte, verfügte er den Abriss der Liebfrauenkirche. Erst der Einwand des Trierer Bürgermeisters mit dem Argument, dass doch Franzosen die Kirche errichteten, stimmte Napoleon um. Stattdessen wurde die St. Laurentius-Kirche in der Nähe der Konstantinbasilika abgerissen.
Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche stark zerstört. Erst in den vergangenen Jahren wurde die vollständige Restaurierung abgeschlossen.
Nun verlassen wir den Dom und die Liebfrauenkirche, auch wenn es noch so vieles zu erkunden gibt. Wenden wir uns wieder weltlicheren Dingen zu, nämlich der Porta Nigra. Dazu überqueren wir den Domvorplatz, gehen über den Hauptmarkt und wenden uns nach rechts. Noch ein paar Schritte und da steht sie… das Wahrzeichen der Stadt Trier!