18. Jahrhundert
1700 Hochaltaraufsatz im Havelberger Dom wird vom Domherrn Dietrich Heinrich von Estorff in Erinnerung an seinen früh verstorbenen Sohn gestiftet
19. Februar 1700 In den protestantischen Reichsständen des Heiligen Römischen Reiches wird der gregorianische Kalender eingeführt. So folgte auf den 19.02.1700 direkt der 01.03.1700.
19. März 1700 Der Hofprediger Daniel Ernst Jablonski wird vom Entschluss des Brandenburger Kurfürsten unterrichtet, "ein Observatorium und eine Academie des Sciences in Berlin zu etablieren". Damit begann die beurkundete Geschichte der Akademie der Wissenschaften.
27. April 1700 Der Brandenburger Kurfürst Friedrich III. erlässt ein Reskript, demzufolge die neue Friedrichstadt einen Markt erhalten solle. An dessen Seiten sollten zwei Kirchen liegen, eine deutsche südlich und eine französische nördlich. Der bereits ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering angelegte Platz wurde unter der Regierung des preußischen Königs Friedrich II. dem Großen weiterentwickelt und ist heute bekannt als Gendarmenmarkt.
seit 1701 Landräte verwalten die Altmarkkreise Stendal, Tangermünde, Seehausen, Arendsee, Salzwedel
18. Januar 1701 Friedrich III. Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen krönt sich selbst in Königsberg zum Friedrich I. König in Preußen. Zuvor erhielt er die Zustimmung des Kaisers Leopold I.
16. Mai 1701 König Friedrich I. in Preußen nimmt an der Einweihung der Französischen Kirche auf dem Friedrichswerder durch Pastor de Gaultier teil. Ein Reitstall, der "Lange Stall", war zur Doppelkirche umgebaut worden, deren Nordhälfte die Französisch-Reformierten und den Südteil die Deutschsprachigen nutzten. Diese Doppelkirche ist der von Schinkel erbauten direkte Vorgängerbau der Friedrichswerderschen Kirche.
9. Juni 1701 Der Apothekeraspirant Johann Friedrich Böttger führt im Keller des Hauses Molkenmarkt 4/Stralauer Straße in Berlin ein Experiment vor, dass Anwesende als Beweis für seine Fähigkeit ansehen, Gold zu machen.
12. Juni 1703 Das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, auf der Langen Brücke (Rathausbrücke, Mitte), geschaffen von Andreas Schlüter, wird enthüllt. Die Brücke wurde nach vollständiger Erneuerung am 9. Mai 1896 in Kurfürstenbrücke umbenannt. Das Reiterstandbild befindet sich heute im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg. Der Sockel des Denkmals ist ein Kopie. Das Original des Sockels befindet sich im Bodemuseum. Auf diesem originalen Sockel steht eine Kopie des Reiterstandbildes.
1705 Stadtbrand in Salzwedel
1. März 1705 Die Einweihung der Französischen Friedrichstadtkirche, des Französischen Domes, findet nach vierjähriger Bauzeit in Anwesenheit von König Friedrich I. in Preußen statt, auf dessen Wunsch der bekannte Theologe und langjährige Pfarrer Jacques Lenfant predigt.
1. April 1705 Zum Andenken an seine am 1. Februar 1705 verstorbene Gemahlin, Kurfürstin und Königin Sophie Charlotte, nennt König Friedrich I. in Preußen den westlich des Dorfes Lützow gelegenen Ort und das Schloß Lützenburg in Charlottenburg um und gibt dem Ort Stadtrecht.
5. Dezember 1706 Die Schlosskapelle von Charlottenburg wird anlässlich der Vermählung von Preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, dem späteren König Friedrich Wilhelm I. in Preußen, mit Sophie Dorothea von Hannover eingeweiht.
28. Januar 1707 Der Offizier und Architekt Johann Friedrich Eosander von Göthe aus Riga erhält als Nachfolger Schlüters die Berufung zum Schloßbaumeister in Berlin.
1708/1709 Extremer Winter in Europa aufgrund dessen es im Jahr 1709 zu Missernten, Hungernöte und Teuerung kam.
1708/1709 In Europa herrscht ein extremer Winter, aufgrund dessen es im Jahr 1709 zu Missernten, Hungernöte und Teuerung kam.
17. Januar 1709 König Friedrich I. in Preußen verfügt mit einem Edikt die Vereinigung der Städte Berlin und Cölln samt Vorstädten und der neugegründeten Städte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur einheitlichen preußischen Haupt- und Residenzstadt Berlin.
14. November 1709 Durch Kabinettsorder erläßt König Friedrich I. in Preußen ein Pestreglement, dass außerhalb der Stadtmauern ein Pesthaus erichtet werden soll. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn die Pest grasiert in anderen Teilen Preußens. Die Tore der Stadt werden verschlossen und im Ergebnis erkrankt niemand in Berlin. In ganz Preußen stirbt ein Drittel der Einwohner an der Pest. Das Pesthaus wird am 13.05.1701 fertiggestellt und erhält den Namen "Lazarett und Hospital vor dem Spandower Thor". Das Pesthaus wird vom Thronfolger Friedrich Wilhelm zum Krankenhaus umgebaut und erhält den Namen Charité (Nächstenliebe).
1. Januar 1710 Für die auf königliche Anordnung vom 17. Januar 1709 aus den Städten Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt gebildete Einheitsgemeinde Berlin tritt die neue Stadtverfassung in Kraft.
21. Januar 1710 Es wird eine einheitliche Berliner Gerichtsordnung eingeführt. Anstelle von sechs Einzelrichtern in den Residenzstädten gab es nunmehr ein mit fünf Richtern besetztes zentrales Stadtgericht, dem ein Bürgermeister als Direktor vorstand.
6. Februar 1710 Der Residenzstadt Berlin wird ein neues großes Wappen verliehen: In einem in drei weiße Felder eingeteilten Schild waren der brandenburgische rote Adler, der schwarze Adler Preußens und der erstmals aufrecht schreitende Berliner Bär zu sehen.
8. August 1710 In der Breiten Straße nahe dem Cöllnischen Fischmarkt, an der Stelle des teilweise abgerissenen alten Cöllner Rathauses, wird der Grundstein für ein neues Rathaus der Residenz Berlin gelegt.
6. Juni 1712 Königin Sophie Luise (dritte Gemahlin König Friedrichs I. in Preußen) legt den Grundstein zum Bau der Sophienkirche in der Spandauer Vorstadt. Die Sophienkirche wird am 18.06.1713 eingeweiht. In den Jahren 1732-1734 erhielt sie einen 69 Meter hohen Turm.
11. Juli 1712 König Friedrich I. in Preußen legt aus Anlaß seines 55. Geburtstages den Grundstein für die Parochialkirche (Luisenkirche) in Charlottenburg. Am 12.07.1716 wird die Kirche eingeweiht.
1713 Vereinigung der Alt- und Neustadt in Salzwedel
25. Februar 1713 König Friedrich I. in Preußen stirbt. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. übernimmt sein Amt im Alter von 24 Jahren.
19. März 1713 Kaiser Karl VI. erlässt die "Pragmatische Sanktion", darin ist geregelt, dass auch Töchter eines Herrschers berechtigt sind, die Erfolge anzutreten, wenn keine Söhne vorhanden sind
10. Juni 1713 Der Licentiat der Rechte, Zacharias Grübel, berichtet in seiner geschriebenen Zeitung aus Berlin: "Der Königl. Lustgarten, so nahe am Schlosse gelegen, wird mit ehesten rasiret und in einen Place d'armes verwandelt …". Übersetzt heißt das, dass König Friedrich Wilhem I. in Preußen den Berliner Lustgarten zu einem Exerzierplatz umbauen lässt. Zuvor befanden sich auf dem Platz ein Wasserbassin und viele exotische Pflanzen und Statuen. Diese wurden in die Schlossgärten von Charlottenburg und Friedrichsfelde umgesetzt.
16. November 1713 Eine Marktordnung wird erlassen, die das Marktgeschehen für Berlin bis ins kleinste Detail regelte. Dazu gehörte die Festlegung der Markttage auf Mittwoch und Sonnabend sowie die Ermittlung von Verstößen gegen Preise, Maße und Gewichte durch Inspektoren.
1. Januar 1714 In der Heidereutergasse 4 (Mitte) wird die erste Synagoge Berlins eingeweiht.
5. März 1714 Die "Verordnung wegen der Beförderung des Seiden-Baues" wird erlassen. Danach sollte der Magistrat von Berlin "an gemeinen Orthen, an den Mauern, Graben, Wegen und Trifften, und wo sonst bequem und schicklich ist, Maulbeerbäume setzen und pflegen".
16. März 1714 Der Friedensvertrag von Rastatt beendet den Spanischen Erbfolgekrieg, Spaniens König Karl II. aus dem Hause Habsburg, der am 01.11.1700 stirbt, bestimmt als seinen Erben den Enkel von Ludwig XIV., Philipp V. von Anjour aus dem französischen Haus der Bourbonen, die Habsburger fechten den Thronwechsel an und erklären 1702 Spanien und Frankreich den Krieg, im Friedensvertrag von Rastatt wird u.a. Philipp V. als König von Spanien anerkannt, womit die Herrschaft der Habsburger in Spanien endet, die Habsburger erhalten Gebiete in den Niederlanden und Italien sowie Sardinien zugesprochen
24. April 1714 Der Turmbau der Parochialkirche in der Klosterstraße wird von Philipp Gerlach vollendet.
1. Januar 1715 Das Glockenspiel der Parochialkirche, ein Geschenk König Friedrich Wilhelms I. in Preußen, erklingt für die Bewohner Berlins zum erstenmal.
12. Dezember 1716 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen empfiehlt in einem "Patent wegen Pflanzung der Maulbeerbäume zur Förderung der Seidenfabriken", an allen geeigneten Orten Maulbeerbäume zu pflanzen, und beruft sich darauf, dass z.B. in Spandau und Köpenick schon Seide gewonnen wird.
19. September 1717 Zar Peter der Große von Russland beginnt einen siebentägigen Besuch in Berlin und wohnt während dieser Zeit mit der Zarin und seinem Gefolge im Schloß Monbijou.
28. September 1717 In Preußen wird die Schulpflicht für Kinder vom fünften bis zum zwölften Lebensjahr eingeführt. In der Folgezeit entstanden in Berlin zahlreiche Volksschulen, in denen Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion gelehrt wurden.
2. April 1718 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen befiehlt der "Societät der Wissenschaften", den Botanischen Garten - an der Straße nach Potsdam, vor dem Dorf Schöneberg gelegen (heute befindet sich an dieser Stelle der Heinrich-von-Kleist-Park) - zu übernehmen. Die Entstehung des Botanischen Gartens begründet sich auf die Anlage eines Hopfengartens im Jahr 1679. 1809 wurde der Garten der Friedrich-Wilhelm-Universität unterstellt und zu einem Botanischen Garten mit wissenschaftlichen Charakter entwickelt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten aufgrund der Stadterweiterungen an seinen heutigen Ort in Lichterfelde verlegt.
29. Dezember 1718 Von einer Gemeinschaft von Hausbesitzern wird die Feuersozietät Berlin gegründet, die sich in ihrem Reglement verpflichtet, im Schadensfall den Wiederaufbau von abgebrannten Gebäuden durch eine Umlage zu finanzieren. Gleichzeitig erlässt König Friedrich Wilhelm I. in Preußen ein "Reglement, wie es bey der in denen Residentzien aufgerichteten Societät mit dem von denen Eigenthümern zur Ersetzung eines Feuerschadens aufzubringenden Beytrag zu halten".
1720 Zollkrieg zwischen Braunschweig, Wolfenbüttel und Preußen
12. August 1720 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen ordnet an, daß alle Stroh-, Rohr- und Schindeldächer bis zum 1. September 1721 aus Gründen des Brandschutzes zu beseitigen und durch Ziegeldächer zu ersetzen sind.
23. Mai 1721 Um die Bebauung der Friedrichstadt zu beschleunigen, bietet König Friedrich Wilhelm I. in Preußen in einem Edikt Bauwilligen die kostenlose Bereitstellung von Holz, Steinen und Kalk an. Auch durften sie Häuser mit nur einem Geschoss errichten.
31. Mai 1721 Christoph Späth, der Gründer des gleichnamigen späteren Gartenbaubetriebes, kauft für 300 Taler das Grundstück »Johannistisch« mit Gebäuden und Stallungen am Halleschen Tor. Späth errichtete dort eine Gemüse- und Blumengärtnerei.
seit 1722 Kriegs- und Domänenkammern verwalten staatliche Güter und Domänen in der Altmark, die städtischen Magistratsverfassungen wurden einer staatlichen Revision unterworfen und die Selbstverwaltung der Städte aufgehoben
16. März 1722 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlässt ein Reglement, dass eine detaillierte Berichterstattung an die Judenkommission gewährleisten soll. Die Judenkommission regelte von 1708 bis 1750 die Angelegenheiten der Juden in Preußen.
28. April 1723 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlässt ein Edikt "wieder das unvorsichtige und gefährliche Tobackrauchen". Bei Verstößen wurde eine vierwöchige Festungshaft "bey Wasser und Brot" angedroht.
6. Juni 1724 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen verbietet mit einem Edikt den Reisenden, woanders als in öffentlichen Wirtshäusern zu logieren.
17. November 1724 Es ergeht ein königliches Patent "wegen des zuerlegenden Zolles von denenjenigen, welche die vor dem Stralowschen Thore am neuen Ober-Baum angelegte grosse Communications-Brücke passiren". Die Brücke wurde im gleichen Jahr als Holzbrücke mit Klappen für den Schiffsverkehr erbaut.
16. Mai 1725 Das Französische Waisenhaus in der Charlotten-/Ecke Jägerstraße (Berlin-Mitte, jetziger Gendarmenmarkt) wird mit der Aufnahme von acht Waisen eröffnet. Die feierliche Einweihung des Waisenhauses erfolgte jedoch erst am 31. Mai 1725. Die Weihrede hielt der Prediger Jacques Lenfant. Das Waisenhaus wurde ca. 1910 abgerissen. An deren Stelle steht heute die Hochschule für Musik Hanns Eisler.
27. November 1725 General von Forcade, Kommandant der Residenz, legt den Grundstein für die Jerusalemkirche in der Friedrichstadt (heute Berlin - Kreuzberg). An dieser Stelle stand zuvor bereits eine Kirche, die bereits 1484 durch einen Bürger Müller gestiftet wurde. Die Jerusalemkirche wurde im zweiten Weltkrig stark zerstört und die Ruine gesprengt. Es erfolgte 1968 ein Neubau der Kirche an der Ecke Markgrafen-/Lindenstaße. An der ursprünglichen Stelle in der jetzigen Rudi-Dutschke-Straße zeugen rote Pflastersteine vom Umriss der alten Kirche.
18. November 1726 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen verfügt mit einer Kabinettsorder, ein "Lazareth und Hospital vor dem Spandower Thor" (Charité) zum 1. Januar 1727 zu gründen. Es sollte in dem 1710 erbauten Pesthaus, das nie Pestkranke beherbergt hatte, eingerichtet werden.
10. Januar 1727 Durch die Randbemerkung: "Es soll das Hauß die charite heissen F.W"«, notiert auf einer Steuerakte, führt König Friedrich Wilhelm I. in Preußen die Bezeichnung "Charité" für die Heil- und Lehranstalt vor dem Spandauer Tor ein.
29. Mai 1728 August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, trifft zu einem Staatsbesuch in Berlin ein. Am Folgetag findet zu seinen Ehren eine große Parade statt.
28. Mai 1730 Ein Blitzschlag in den Turm der Petrikirche in Berlin löst einen Großbrand aus, der die Kirche sowie über 40 anliegende Häuser zerstört.
28. Oktober 1730 Das Kriegsgericht zu Köpenick (Berlin) beschließt, ein Urteil über den Kronprinzen Friedrich (später der Große von Preußen) abzulehnen und für Hans Hermann von Katte lebenslange Festungshaft. Der König hob das Urteil über Katte auf und befahl dessen Hinrichtung. Diese erfolgte am 6. November. Friedrich unternahm zuvor einen Versuch vor seinem Vater nach England zu fliehen und unterrichtete Katte per Brief von seinem Plan. Das Vorhaben wurde verraten.
16. Juli 1731 Für die neue Kirche in Buch (Berlin) - ein Kuppelbau im Barockstil nach einem Entwurf von Baudirektor Friedrich Wilhelm Dietrichs - wird feierlich der Grundstein gelegt. Nach einer fünfjährigen Bauzeit wurde die Kirche 1736 geweiht. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche als auch das Schloss schwer beschädigt. Das Schloss wurde daraufhin abgerissen und die Kirche wurde 1950 unter Verzicht auf den Turm wiederaufgebaut. Seit 2024 verfügt die Kirche wieder über einen Turm.
23. November 1731 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlaubt dem Kronprinzen Friedrich wieder das Betreten des Schlosses. Der König hatte ihn ein Jahr zuvor wegen eines mit seinem Freund Hans Hermann von Katte gefassten Plans einer Flucht nach England einsperren lassen.
30. April 1732 Der erste Zug der 15 000 aus Salzburg vertriebenen Lutheraner trifft in Berlin ein. Von ihnen blieben aber nur wenige, so z.B. 16 berchtesgadische Schnitzerfamilien.
10. Februar 1734 Der schwedische Astronom Anders Celsius, seit 1732 in Berlin tätig, wird von der Königlichen Societät der Wissenschaften zum auswärtigen Mitglied gewählt. Er führte 1742 die Temperaturskala mit 100 Teilen zwischen Gefrier- und Siedepunkt des Wassers ein.
9. August 1734 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erläßt eine Verordnung, nach der die Berliner Handwerker das Feiern des "blauen Montags" künftig zu unterlassen haben. Seinen Ursprung hat der "blaue Montag" im Mittelalter, als insbesondere nach Feiertagen und Fastenzeiten an den Montagen danach nicht gearbeitet wurde. Daraus entwickelte sich die Tadition, dass Handwerksgesellen an Montagen nicht für den Meister arbeiten mussten und ihrer privaten Arbeit nachgehen konnten. Das "blau" stammt von der mittelalterlichen Tradition die Kirchen an Fastenmontagen mit blauen oder violetten Tüchern zu schmücken. 1731 wurde ein Reichstagsedikt mit dem Verbot des "blauen Montags" erlassen.
1737 Im in der Nähe von Berlin gelegenen Dorf Richardsdorf siedeln sich auf Einladung von Friedrich Wilhelm I. in Berlin 350 potestantischen Flüchtlinge aus Böhmen an. Die Gemeinde Richardsdorp wird in Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf geteilt. Die Bevölkerungszahlen steigen stetig. Durch Erlass vom 11.07.1873 werden beide Gemeinden zusammengeschlossen. Am 01.04.1899 erhielt die Gemeinde das Stadtrecht und wird am 27. Januar 1912 in Neukölln umbenannt.
25. Februar 1739 In der Berliner Börse am Lustgarten (Mitte) werden die ersten Kursnotierungen vorgenommen. König Friedrich Wilhelm I. hatte der Kaufmannschaft das dortige, von Johann Gregor Memhardt gebaute Neue Lusthaus zur Einrichtung der Börse geschenkt.
24. Dezember 1739 Auf Anordnung König Friedrich Wilhelms I. werden erstmalig Droschken für den öffentlichen Verkehr eingesetzt. An fünf Halteplätzen standen 15 Droschkenkutscher mit ihren Fahrzeugen, die nach einem genau festgelegten Tarif fuhren.
Okober 1739 bis April 1740 In Europa begann der Winter schon sehr früh und hielt mit strengen Frösten bis Ende April an. Der Winter 1739/40 gilt als Jahrtausendwinter. Die Ostsee, die Lagune von Venedig, einige Flüsse in Spanien und Portugal und die Adria waren vollständig zugefroren. In Folge des lang anhaltenden Winters gab es im Folgejahr Missernten, was zu schweren Hungernöten führte.
31. Mai 1740 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen stirbt in Potsdam. Am selben Tag bestieg sein 28jähriger Sohn als Friedrich II. den preußischen Thron.
3. Juni 1740 In Berlin werden die Königlichen Getreidemagazine geöffnet, um den durch den katastrophalen Winter 1739/40 eingetretenen Brot- und Fleischmangel und der damit verbundenen Teuerung zu begegnen. Zudem wird Getreide aus Mecklenburg sowie Polen und Russland importiert. In Berlin grassiert der Hungertyphus.
27. Juli 1740 König Friedrich II. erläßt ein "Patent, daß alle nützliche und geschickte Leute, welche aus fremden Landen in Berlin sich häuslich niederlassen, außer den bisherigen Beneficiis auch die Accise- und Servis-Freyheit auf zwey Jahr geniessen sollen".
1. August 1740 Eine Sonderverwaltung zur Förderung der Seidenindustrie in Brandenburg nimmt ihre Tätigkeit auf.
1. August 1740 Eine Sonderverwaltung zur Förderung der Seidenindustrie in Brandenburg nimmt ihre Tätigkeit auf.
3. August 1740 Der junge König Friedrich II. in Preußen schenkt seiner Gemahlin Elisabeth Christine "unser Schloß Schönhausen benebst denen dahin behörigen Gebäuden und den Garten gehörigen Inventario und Diensten auf Ihre Lebenstage". Hier verbrachte die Gattin des Preußenkönigs ihre Zeit bis zum Tod Friedrichs. Die Ehe der beiden war nur eine Formalie. Kinder gingen aus der Verbindung nicht hervor.
20. Oktober 1740 Karl VI. stirbt, er hinterlässt seiner Tochter Maria Theresia das habsburgische Erbe, Frankreich, Großbritannien und Russland erkennen das Erbe an, Bayern erhebt jedoch aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen Ansprüche auf Teile des Erbes
13. Dezember 1740 König Friedrich II. in Preußen begibt sich nach Frankfurt (Oder) und reist am Folgetag zu seinem Heer nach Schlesien weiter. Mit dem Einfall der preußischen Armee begann am 16. Dezember 1740 der Erste Schlesische Krieg, als Teil des Österreichischen Erbfolgekrieges.
16. Dezember 1740 Der Preußenkönig Friedrich II. nutzt die durch die Erbstreitigkeiten geschwächte Position der Habsburger und überfällt die habsburgische Provinz Schlesien
14. April 1741 Königin Elisabeth Christine wirft am Vormittag vom Balkon unter das beim Schloß versammelte Volk "eine ansehnliche Summe Geldes". Grund hierfür war, der Sieg am 10. April 1741 über die österreichische Armee bei Mollwitz im Ersten Schlesischen Krieg.

20. Juli 1741 Der Bau "zu einem großen und ansehnlichen" Opernhaus beginnt. Der Bauplatz lag in der Dorotheenstadt, zwischen dem Markgräflichen Palais und dem Festungsgraben auf der einstigen Festungsbastion Nr. 2 (Unter den Linden, Berlin-Mitte). Die Grundsteinlegung fand am 05.09.1741 statt.
1742 Das Patronat an der Kirche in Rohrberg geht auf die Adelsfamilie von Schulenburg über.
6. Januar 1742 König Friedrich II. in Preußen läßt an der Stelle, an der 1841 der Zoologische Garten begründet und 1844 eröffnet wird, eine Fasanerie einrichten. Der erste Fasanenmeister hieß Sprewitz.
24. Januar 1742 Karl Albrecht von Bayern wird in Frankfurt/Main als Karl VII. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, seit 1411 ist er damit der erste Kaiser, der nicht dem Hause Habsburg entstammt
28. Juli 1742 Um sich auf den Erbfolgekrieg konzentrieren zu können, schließt Maria Theresia einen Friedensvertrag mit dem Preußenkönig Friedrich II. (Berliner Frieden). Ober- und Niederschlesien sowie die Grafschaft Glatz gehen an Preußen und damit wird Preußen nach Österreich die zweitstärkste Macht im Heiligen Römischen Reich.
7. Dezember 1742 Die Königliche Oper Unter den Linden (Mitte) wird in Anwesenheit von König Friedrich II., Königin Elisabeth Christine, der Königinmutter und des gesamten Königlichen Hauses mit der Oper »Cäsar und Cleopatra« von Carl Heinrich Graun eröffnet.
20. Januar 1745 Kaiser Karl VII. stirbt in München
13. September 1745 Franz Stephan von Lothringen, Ehemann von Maria Theresia, wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, er trägt den Namen Franz I., da er nicht habsburgischer Abstammung ist, wurde die Dynastie Habsburg-Lothringen geschaffen
16. Juni 1746 Der bereits im 16. Jahrhundert errichtete Finowkanal (Verbindung zwischen Havel und Oder) wird nach seiner Instandsetzung wiedereröffnet. Der Kanal wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Das erste Schiff war mit 100 Tonnen Salz beladen.
7. Oktober 1746 Im Schloss Charlottenburg wird die Goldene Galerie eingeweiht. Sie befindet sich im "Neuen Flügel" und wurde durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Stil des Rokoko errichtet.
1. Mai 1747 Das Schloss Sanssouci in Potsdam wird eingeweiht. Nachdem Friedrich II. in Preußen bereits 1744 am "Wüsten Berg" Weinterrassen anlegen ließ, beauftragte er 1745 seinen Haus- und Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit der Errichtung eines kleinen Sommerschlosses. Das im Stil des Rokoko errichtete Sommerhaus war wesentlich kleiner als das heutige Schloss. Da Friedrich sehr stark auf die Gestaltung des Schlosses Einfluss nahm, entsprach es letzten Endes nicht mehr ganz den Vorstellungen Knobelsdorffs. Erst 1841/42 erhielt es durch Umbauten und Anbauten von zwei Seitenflügeln seine heutige Gestalt.
22. Mai 1747 Auf dem Gelände der ehemaligen Sandschäferei vor den Toren der Stadt Berlin wird der Grundstein des Invalidenhauses gelegt. Friedrich II. in Preußen bestimmt das Haus der Unterbringung und Versorgung kriegsinvalider Soldaten aus den beiden Schlesischen Kriegen. Dabei legte Friedrich Wert darauf, dass das Haus nahe der Charité gebaut wurde. Das Gebäude wurde im Stil des Barock gebaut und ähnelt einer dreiflügligen Schlossanlage. Heute befindet sich der Hauptbahnhof in direkter Nähe und der Name der Invalidenstraße erinnert an den damaligen Zweck des Hauses. In den noch erhaltenen Teilen des Invalidenhauses hat heute das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seinen Sitz.
21. Juli 1747 Friedrich II. in Preußen verbietet das alljährlich zu Pfingsten gebräuchliche Maiensetzen. Dieser Brauch geht zurück in die Zeit vor der Christianisierung und bedeutet das Schmücken der Häuser mit frischen Birkenzweigen.
6. September 1750 Am jetzigen Standort des Berliner Domes ließ Friedrich II. in Preußen nach den Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und den Niederländer Johann Boumann einen neuen Dom im Stil des Barock errichten. Nach der Fertigstellung des Domes um der Überführung der kurfürstlichen Särge wurde der alte, südlich vom Schloss gelegene mittlerweile baufällig gewordene Dom abgerissen.
11. Dezember 1750 Der Berliner Weihnachtsmarkt wird in die Breite Straße verlegt und wurde dort bis 1872 veranstaltet. Erste Hinweise auf einen Weihnachtsmarkt gab es schon um das Jahr 1530 im Gebiet Petriplatz, Getraudenstraße, Mühlendamm, Molkenmakt, Poststraße.
5. Dezember 1757 Im Siebenjährigen Krieg besiegt der Preußische König Friedrich II. die kaiserliche Armee unter Führung des Prinzen Karl Alexander von Lothringen in der Schlacht bei Leuthen (Schlesien).
10. Januar 1754 Der Wohnungsmietmarkt in Berlin erhält durch den großen Zuzug sowie der Stationierung von Soldaten immer mehr an Bedeutung. Da es hier noch keine gesetzlichen Regelungen gab, griff erstmals der König in Preußen, Friedrich II. regulierend ein. Er erließ ein Edikt "wie es mit denen Miethen und Aufkündigung der Logementer (Wohnungen) auch Ein- und Ausziehungs-Terminen in hiesigen Königlichen Residentzien gehalten werden solle".
01. Oktober 1755 Starkes Erdbeben bei Lissabon, Erschütterungen sind in ganz Europa spürbar, auch im Deutschen Reich kam es u.a. zu Gebäudeschäden
01. Mai 1756 Österreich (Habsburger) schließen ein Defensivbündnis mit den Franzosen, damit endet die seit 200 Jahren bestehende Feindschaft zwischen den Herrschaftshäusern
29. August 1756 Das mit Großbritannien alliierte Preußen überfällt Sachsen und löst damit den Siebenjährigen Krieg aus, auf der Gegenseite stehen Österreich, Frankreich und Russland, der Krieg endet 1763 ohne dass sich machtterritoriale Änderungen ergeben
1757 Die Familie des des Preußenkönigs Friedrich II. wird während des Krieges gegen Österreich im Magdeburger Schloss einquartiert.
25. August 1758 In der Schlacht von Zorndorf besiegte die Preußische Armee unter Friedrich II. die russische Armee unter Wilhelm von Fermor. Damit wurde verhindert, dass die Russen die Grenze zur Mark Brandenburg überschritten. In der Schlacht kamen insgesamt 30.000 Mann zu Tode.
8. Mai 1759 Ein Feuer in der Morgenstunde zwischen 3.00 Uhr und 4.00 Uhr bricht ein Feuer auf dem Mühlendamm in Berlin aus und zerstört die kleinen Mahlmühle, die große Mahlmühle sowie die Lohmühle. Die Walkmühle wird schwer beschädigt.
3. Oktober 1760 Russische Truppen unter General Tottleben fallen im Siebenjährigen Krieg in Köpenick bei Berlin ein, plündern die Stadt und rücken bis zum Halleschen Tor und Cottbusser Tor vor.
7. Oktober 1760 Während der Kämpfe zwischen russischen und preußischen Truppen wird das Dorf Schöneberg bei Berlin abgebrand.
9. Oktober 1760 In der Nacht vom 08. bis 09.10. 1760 besetzt eine russisch-österreichische Armee Berlin. Teile der Stadt werden geplündert. Die Schösser Charlottenburg, Friedrichsfelde und Schönhausen werden verwüstet. Der Stadt Berlin wird eine Kontribution von 500.000 bis 1,5 Millionen Talern (hier gibt es verschiedene Angaben) auferlegt.
12. Oktober 1760 Bis zum Abend des 13.10.1760 ziehen die russischen Truppen aus Berlin ab.
28. Oktober 1761 Das im Siebenjährigen Krieg zerstörte Schöneberg bei Berlin soll mit 14 gleichen, freien und erblochen Bauernstellen wieder aufgebaut werden. Der Aufbau wird auch durch die Ansiedlung von sieben Kossäten und sieben Büdner unterstützt.
15. Februar 1763 Nachdem Spanien, Portugal, Großbritannien und Frankreich am 10.02.1763 den Frieden von Paris schließen, einigen sich Preußen, Sachsen und Österreich im Frieden von Hubertusburg auf einen Status Quo. Damit endet der Siebenjährige Krieg.
31. August 1763 Um die preußischen Staatskassen nach dem Siebenjährigen Krieg wieder aufzufüllen, wird die erste Zahlenlotterie veranstaltet.
8. September 1763 Bereits 1761 gründete der Berliner Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky in der Leipziger Straße 4 eine Porzellanmanufaktur. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten erwarb Friedrich II., König in Preußen, die Manufaktur. Es entstand die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM).
27. März 1764 Der Habsburger Joseph II. wird in Frankfurt/Main zum römisch-deutschen König gewählt und am 3. April gekrönt, nach dem Tod von Franz I. Stephan im gleichen Jahr übernimmt er den Kaisertitel
15. April 1765 Aufgrund der durch Zuzug nach Berlin angespannten Wohnungslage (Wuchermieten) wird die Miethöhe begrenzt und der Grundsatz "Kauf bricht Miete" aufgehoben.
17. Juni 1765 Friedrich II. in Preußen gründete die Königlich Preußische Bank. Der Sitz der Bank befand sich in der Jägerstraße 34-35. Ab 29. Oktober 1766 erhielt die Bank das Recht Geld zu emittieren.
1770 Das Altmarkflüsschen Milde wird im Auftrag des preußischen Königs Friedrich II. erstmals reguliert.
04. März 1772 Österreich, Russland und Preußen teilen weite Teile Polens unter sich auf
5. August 1772 Russland, Preußen und Österreich annektieren Teile von Polen und teilen diese untereinander auf (Erste Teilung Polens). Preußen erhält Polnisch-Preußen (späteres Westpreußen), als Landbrücke zwischen Ostpreußen und Pommern. Nach dem Gebietszugewinn führte Friedrich II. fortan den Titel "König von Preußen".
1776 Nachdem die auf dem Gendarmenmarkt zwischen den Deutschen und Französischen Dom befindlichen Pferdeställe des Kürassierregiments Gensdarmes abgerissen wurden, wurde im Auftrag des Preußischen Königs Friedrich II und nach den Plänen von Johann Boumann d.Ä. das Französische Komödienhaus errichtet. Das Kömödienhaus diente bis 1778 der Aufführung französischsprachiger Theaterstücke. Es wurde ausschließlich von Mitgliedern des Königshauses besucht. Das Haus gilt als Vorgängerbau des jetzigen Konzerthauses am Gendarmenmarkt.
1776/77 Aufstellung der Orgel mit 2.200 Pfeifen von Johann Gottlieb Scholtze aus Neuruppin im Havelberger Dom, erbaut aus einer Vorgängerorgel von 1695
1779 Abriss des Dachreiters über der Vierung an der Klosterkirche Jerichow
29. November 1780 Maria Theresia stirbt in Wien. Ihr Sohn Joseph II. tritt in das Habsburgische Erbe ein.
21. Januar 1781 Nachdem Friedrich II. von Preußen bereits 1766 die private Einfuhr von Kaffe verboten hat, folgt nun das Verbot des privaten Röstens von Kaffee. Lediglich der preußische Staat konnte Kaffee einführen und verarbeiten. Damit sollte der unkontrollierte Abfluss von Kapital aus Preußen verhindert werden. Es wurden zumeist ehemalige französische Soldaten als "Kaffeeriecher" eingestellt, die dieses Verbot kontrollieren sollten.
28. November 1781 Während der Bauarbeiten zur Errichtung des Turmes der Berliner Kirche (später Berliner Dom) am Gendarmenmarkt stürzt dieser ein. Der Architekt Carl von Gontard wird daraufhin vom preußischen König Friedrich II. entlassen. Georg Christian Unger wird daraufhin mit dem Weiterbau beauftragt.
01. Januar 1783 Im Theater in der Behrenstraße wird das Drama "Die Räuber" von Friedrich Schiller aufgeführt. Es wurde zuvor bereits am 13.01.1782 in Mannheim uraufgeführt und sorgte dort für einen Theaterskandal. Auch in Berlin kam es während der Aufführung zu Tumulten. "Die Räuber" gelten als das bedeutendste Drama der Sturm-und-Drang-Epoche.
14. April 1783 Im Theater in der Behrenstraße wird das 1779 veröffentlichte Drama "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing unter der Regie von Carl Theophil Doebbelin uraufgeführt. Es ist das letzte Werk von Lessing.
08. Juni 1783 der Vulkan Laki auf Island bricht aus, der Ausbruch dauert ca. 8 Monate, der Winter 1783/84 war extrem kalt mit viel Eis und Schnee, mit der Schneeschmelze kam das Treibeis, was in weiten Teilen Deutschlands zu extremen Hochwassern führte
27. Dezember 1783 Der Direktor der physikalischen Klasse der Akademie der Wissenschaften und Begründer der Rübenzuckerfabrikation Franz Karl Achard ließ in Gegenwart des gesamten Königlichen Hauses im Berliner Lustgarten einen Gas-Ballon steigen. Der Ballon flog in Richtung Friedrichsfelde und verschwand.
16. August 1785 Zu Ehren des 100. Jahrestages des Toleranzedikts von Potsdam wurde der Turm an der Französischen Friedrichstadtkirche (später Französischer Dom) fertiggestellt.
17. August 1786 Friedrich II., König von Preußen stirbt 74jährig im Schloß Sanssouci in Potsdam. Entgegen seinem Wunsch ließ ihn sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in der Garnisonskirche in Potsdam beisetzen. Erst am 17.08.1991, zu seinem 250. Geburtstag, wurde er entsprechend sines Wunsches auf der Terrasse in Sanssouci neben seinen Hunden bestattet.
5. Dezember 1786 Seit 1778 fanden im Französischen Komödienhaus keine Vorstellungen mehr statt. Statt dessen wurde es als Lagerhalle und Fabrik genutzt. Im Dezember 1786 übergab der Preußische König Friedrich Wilhelm II. der Döbbelinschen Deutschen Schauspielertruppe, die bis zu diesem Zeitpunkt im Theater an der Behrenstraße residierten, das Haus. Die Zeit in der das Französische das Maß aller Dinge war, war vorbei. Es wurde nun deutsch gesprochen. Das Haus wurde als Deutsches Nationaltheater wiedereröffnet.
12. März 1788 Im Deutschen Nationaltheater wird William Shakespeare's "Othello" aufgeführt. Den Othello spielte Johann Friedrich Ferdinand Fleck, einer der hochgelobtesten Schauspieler des 18. Jahrhunderts.
19. Dezember 1788 Der Preußische König Friedrich Wilhelm II. schränkt mit einem Edikt die Pressefreiheit in Preußen ein. Die Zensur soll die "in Pressefrechheit ausartende Pressefreiheit" eingrenzen. Das Edikt enthält u.a. die Festlegung, dass sämtlich Druckerzeugnisse vor Veröffentlichung deb Zensoren vorzulegen sind.
23. Dezember 1788 In Preußen regelt das "Abiturreglement" die Einführung einer Abschlussprüfung für das Gymnasium. Sie besteht aus einem mündlichen und schriftlichen Teil und dient dem Nachweis der Befähigung für ein Studium an einer Universität. Der Adel und das Großbürgertum rebellierte und so wundert es nicht, dass auch weiterhin Geld der Türöffner für höhere Bildung ist. Der Nachweis der Befähigung trifft somit eher die ärmeren Bevölkerungsschichten.
14. Juli 1789 Sturm auf die Bastille in Paris und Beginn der Französischen Revolution
20. Februar 1790 Kaiser Joseph II. stirbt in Wien
7. Juli 1790 Nach dem Wiederaufbau des Turmes der Marienkirche wird dieser eingeweiht. Der Turm wurde nach Plänen des Architekten Carl Gotthard Langhans im Stil der Neogotik gestaltet.
30. September 1790 Der Habsburger Leopold II. wird in Frankfurt/Main zum römisch-deutschen Kaiser gewählt und am 09. Oktober 1790 gekrönt
3. Juli 1791 Von 1788 bis 1791 entstand als westlicher Abschluss der Orangerie am Schloss Charlottenburg ein Theaterbau. Das nur für die Mitglieder des königlichen Hofes zugängliche Theater wurde am 03.07.1791 eröffnet. Ab 1795 war es auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
01. März 1792 Nach nicht einmal zwei Jahren Amtszeit stirb Kaiser Leopold II. in Wien.
05. Juli 1792 Der Habsburger Franz II. wird zum römisch-deutschen König gewählt und am 14. Juli 1792 in Frankfurt/Main unter dem Namen Franz I. zum Kaiser gekrönt. Er ist der letzte gekrönte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
6. Juni 1793 Die Quadriga für das Brandenburger Tor, nach Plänen von Johann Gottfried Schadow, wird auf zwei Kähnen von Potsdam nach Berlin geschifft. Die Quadriga wurde in Potsdam gegossen. Nach Ihrer Aufstellung auf dem Brandenburger Tor wurden noch zwei Änderungen vorgenommen. Ursprünglich bestand das von der Victoria getragene Siegeszeichen am Speer aus einem Helm, einem Panzer und zwei Schilden. Da dies aus der Ferne jedoch wie eine Laterne wirkte, ließ er diese dirch einen Siegeskranz mit Adler ersetzen. Darüber hinaus wurde der Rücken der Victoria noch mit einem "fliegenden Gewand" ausgestattet. Auch war noch nicht klar, ob die Quadriga vergoldet werden soll. Friedrich Wilhelm II. hat sich dann gegen eine Vergoldung entschieden.
24. Dezember 1793 Der Preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, vermählt sich mit Prinzessin Luise von Mecklenburg- Strelitz im Weißen Saal des Berliner Stadtschlosses. Die Mütter der Eheleute waren Cousinen. Zwei Tage später heiratete der Bruder des Kronprinzen die Schwester der Kronprinzessin.
10. März 1794 Der preußische König Friedrich Wilhelm II. schenkt seiner Schwiegertochter Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz das Schloss Oranienburg. Im Sommer 1794/95 wohnte sie mit Ihrem Mann Friedrich Wilhelm III. im Schloss.
12. Mai 1794 In der Hofoper Unter den Linden (heutige Staatsoper Berlin) wird die "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart erstmals in Berlin aufgeführt.
26. November 1794 Das Friedrichwerdersche Rathaus brennt in der Nacht vom 26. zum 27.11. 1794 ab. Ein neues Rathaus wird nicht wieder gebaut.
24. Februar 1795 In der Hofoper Unter den Linden (heutige Staatsoper Berlin) wird "Iphigenie auf Tauris" von Christoph Willibald Gluck erstmals in Berlin aufgeführt.
15. Oktober 1795 Der preußische Prinz Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz bekommen ihren ersten Sohn. Der künftige Kronprinz wird 1840 als Friedrich Wilhelm IV. den preußischen Thron besteigen.
22. März 1797 Als zweiter Sohn von Friedrich III. von Preußen und Königin Luise wird Wilhelm geboren. Als Wilhelm I. wird er 1871 der erste deutsche Kaiser.
16. November 1797 Der Preußische König Friedrich Wilhelm II. stirbt mit 53 Jahren während eines Krampfanfalles im Marmorpalais in Potsdam.

16. November 1797 Als Nachfolger Friedrich Wilhelm II. von Preußen besteigt sein Sohn Friedrich Wilhelm III. den Preußischen Thron. Gleichzeitig wird er Brandenburgischer Kurfürst. Bereits am 9.11.1797 überließ Friedrich Wilhelm II. seinem Sohn die Regierungsgeschäfte. Friedrich Wilhelm III. lebte mit seiner Frau Luise auch weiterhin im Kronprinzenpalais, was dementsprechend dann Königliches Palais hieß.
27. Oktober 1798 Das ursprünglich als Pesthaus gegründete und weiterhin auch als Armen- und Arbeitshaus genutzte "Lazareth" namens Charité wurde gemäß einer Kabinettsorder vollständig in ein Hospital umgewidmet und entsprechend ausgerüstet. Die zuerst außerhalb der Stadt gelegene Charité lag nun mittlerweile durch die Erweiterung der Stadtmauern auch innerhalb des Stadtgebietes.
21. April 1799 Mit dem Ziel der Ausbildung von Architekten wurde in Berlin die Bauakademie gegründet. Sie war neben der Bergakademie der Vorläufer der Technischen Universität.

















