1700 Hochaltaraufsatz im Havelberger Dom wird vom Domherrn Dietrich Heinrich von Estorff in Erinnerung an seinen früh verstorbenen Sohn gestiftet

19. Februar 1700 In den protestantischen Reichsständen des Heiligen Römischen Reiches wird der gregorianische Kalender eingeführt. So folgte auf den 19.02.1700 direkt der 01.03.1700. 

19. März 1700 Der Hofprediger Daniel Ernst Jablonski wird vom Entschluss des Brandenburger Kurfürsten unterrichtet, "ein Observatorium und eine Academie des Sciences in Berlin zu etablieren". Damit begann die beurkundete Geschichte der Akademie der Wissenschaften. 

27. April 1700 Der Brandenburger Kurfürst Friedrich III. erlässt ein Reskript, demzufolge die neue Friedrichstadt einen Markt erhalten solle. An dessen Seiten sollten zwei Kirchen liegen, eine deutsche südlich und eine französische nördlich. Der bereits ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering angelegte Platz wurde unter der Regierung des preußischen Königs Friedrich II. dem Großen weiterentwickelt und ist heute bekannt als Gendarmenmarkt.

seit 1701 Landräte verwalten die Altmarkkreise Stendal, Tangermünde, Seehausen, Arendsee, Salzwedel

18. Januar 1701 Friedrich III. Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen krönt sich selbst in Königsberg zum Friedrich I. König in Preußen. Zuvor erhielt er die Zustimmung des Kaisers Leopold I. 

16. Mai 1701 König Friedrich I. in Preußen nimmt an der Einweihung der Französischen Kirche auf dem Friedrichswerder durch Pastor de Gaultier teil. Ein Reitstall, der "Lange Stall", war zur Doppelkirche umgebaut worden, deren Nordhälfte die Französisch-Reformierten und den Südteil die Deutschsprachigen nutzten. Diese Doppelkirche ist der von Schinkel erbauten direkte Vorgängerbau der Friedrichswerderschen Kirche.

9. Juni 1701 Der Apothekeraspirant Johann Friedrich Böttger führt im Keller des Hauses Molkenmarkt 4/Stralauer Straße in Berlin ein Experiment vor, dass Anwesende als Beweis für seine Fähigkeit ansehen, Gold zu machen. 

1702 Beginn des Festungsbaus in Magdeburg bis 1747

1703 Sturmschaden an der hohen Spitze des Westturmes der Lorenzkirche in Salzwedel, Ersatz durch ein stumpfes Dach

12. Juni 1703 Das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, auf der Langen Brücke (Rathausbrücke, Mitte), geschaffen von Andreas Schlüter, wird enthüllt. Die Brücke wurde nach vollständiger Erneuerung am 9. Mai 1896 in Kurfürstenbrücke umbenannt. Das Reiterstandbild befindet sich heute im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg. Der Sockel des Denkmals ist ein Kopie. Das Original des Sockels befindet sich im Bodemuseum. Auf diesem originalen Sockel steht eine Kopie des Reiterstandbildes.

1705 Stadtbrand in Salzwedel

1. März 1705 Die Einweihung der Französischen Friedrichstadtkirche, des Französischen Domes, findet nach vierjähriger Bauzeit in Anwesenheit von König Friedrich I. in Preußen statt, auf dessen Wunsch der bekannte Theologe und langjährige Pfarrer Jacques Lenfant predigt. 

1. April 1705 Zum Andenken an seine am 1. Februar 1705 verstorbene Gemahlin, Kurfürstin und Königin Sophie Charlotte, nennt König Friedrich I. in Preußen den westlich des Dorfes Lützow gelegenen Ort und das Schloß Lützenburg in Charlottenburg um und gibt dem Ort Stadtrecht. 

5. Dezember 1706 Die Schlosskapelle von Charlottenburg wird anlässlich der Vermählung von Preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, dem späteren König Friedrich Wilhelm I. in Preußen, mit Sophie Dorothea von Hannover eingeweiht. 

28. Januar 1707 Der Offizier und Architekt Johann Friedrich Eosander von Göthe aus Riga erhält als Nachfolger Schlüters die Berufung zum Schloßbaumeister in Berlin. 

1708/1709 Extremer Winter in Europa aufgrund dessen es im Jahr 1709 zu Missernten, Hungernöte und Teuerung kam

17. Januar 1709 König Friedrich I. in Preußen verfügt mit einem Edikt die Vereinigung der Städte Berlin und Cölln samt Vorstädten und der neugegründeten Städte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur einheitlichen preußischen Haupt- und Residenzstadt Berlin. 

14. November 1709 Durch Kabinettsorder erläßt König Friedrich I. in Preußen ein Pestreglement, dass außerhalb der Stadtmauern ein Pesthaus erichtet werden soll. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn die Pest grasiert in anderen Teilen Preußens. Die Tore der Stadt werden verschlossen und im Ergebnis erkrankt niemand in Berlin. In ganz Preußen stirbt ein Drittel der Einwohner an der Pest. Das Pesthaus wird am 13.05.1701 fertiggestellt und erhält den Namen "Lazarett und Hospital vor dem Spandower Thor". Das Pesthaus wird vom Thronfolger Friedrich Wilhelm zum Krankenhaus umgebaut und erhält den Namen Charité (Nächstenliebe).

1. Januar 1710 Für die auf königliche Anordnung vom 17. Januar 1709 aus den Städten Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt gebildete Einheitsgemeinde Berlin tritt die neue Stadtverfassung in Kraft.

21. Januar 1710 Es wird eine einheitliche Berliner Gerichtsordnung eingeführt. Anstelle von sechs Einzelrichtern in den Residenzstädten gab es nunmehr ein mit fünf Richtern besetztes zentrales Stadtgericht, dem ein Bürgermeister als Direktor vorstand.

6. Februar 1710 Der Residenzstadt Berlin wird ein neues großes Wappen verliehen: In einem in drei weiße Felder eingeteilten Schild waren der brandenburgische rote Adler, der schwarze Adler Preußens und der erstmals aufrecht schreitende Berliner Bär zu sehen.

8. August 1710 In der Breiten Straße nahe dem Cöllnischen Fischmarkt, an der Stelle des teilweise abgerissenen alten Cöllner Rathauses, wird der Grundstein für ein neues Rathaus der Residenz Berlin gelegt.

6. Juni 1712 Königin Sophie Luise (dritte Gemahlin König Friedrichs I. in Preußen) legt den Grundstein zum Bau der Sophienkirche in der Spandauer Vorstadt. Die Sophienkirche wird am 18.06.1713 eingeweiht. In den Jahren 1732-1734 erhielt sie einen 69 Meter hohen Turm. 

11. Juli 1712 König Friedrich I. in Preußen legt aus Anlaß seines 55. Geburtstages den Grundstein für die Parochialkirche (Luisenkirche) in Charlottenburg. Am 12.07.1716 wird die Kirche eingeweiht.

1713 Vereinigung der Alt- und Neustadt in Salzwedel

25. Februar 1713 König Friedrich I. in Preußen stirbt. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. übernimmt sein Amt im Alter von 24 Jahren.

19. März 1713 Kaiser Karl VI. erlässt die "Pragmatische Sanktion", darin ist geregelt, dass auch Töchter eines Herrschers berechtigt sind, die Erfolge anzutreten, wenn keine Söhne vorhanden sind

10. Juni 1713 Der Licentiat der Rechte, Zacharias Grübel, berichtet in seiner geschriebenen Zeitung aus Berlin: "Der Königl. Lustgarten, so nahe am Schlosse gelegen, wird mit ehesten rasiret und in einen Place d'armes verwandelt …". Übersetzt heißt das, dass König Friedrich Wilhem I. in Preußen den Berliner Lustgarten zu einem Exerzierplatz umbauen lässt. Zuvor befanden sich auf dem Platz ein Wasserbassin und viele exotische Pflanzen und Statuen. Diese wurden in die Schlossgärten von Charlottenburg und Friedrichsfelde umgesetzt. 

16. November 1713 Eine Marktordnung wird erlassen, die das Marktgeschehen für Berlin bis ins kleinste Detail regelte. Dazu gehörte die Festlegung der Markttage auf Mittwoch und Sonnabend sowie die Ermittlung von Verstößen gegen Preise, Maße und Gewichte durch Inspektoren.

1. Januar 1714 In der Heidereutergasse 4 (Mitte) wird die erste Synagoge Berlins eingeweiht.

5. März 1714 Die "Verordnung wegen der Beförderung des Seiden-Baues" wird erlassen. Danach sollte der Magistrat von Berlin "an gemeinen Orthen, an den Mauern, Graben, Wegen und Trifften, und wo sonst bequem und schicklich ist, Maulbeerbäume setzen und pflegen".

16. März 1714 Der Friedensvertrag von Rastatt beendet den Spanischen Erbfolgekrieg, Spaniens König Karl II. aus dem Hause Habsburg, der am 01.11.1700 stirbt, bestimmt als seinen Erben den Enkel von Ludwig XIV., Philipp V. von Anjour aus dem französischen Haus der Bourbonen, die Habsburger fechten den Thronwechsel an und erklären 1702 Spanien und Frankreich den Krieg, im Friedensvertrag von Rastatt wird u.a. Philipp V.  als König von Spanien anerkannt, womit die Herrschaft der Habsburger in Spanien endet, die Habsburger erhalten Gebiete in den Niederlanden und Italien sowie Sardinien zugesprochen

24. April 1714 Der Turmbau der Parochialkirche in der Klosterstraße wird von Philipp Gerlach vollendet.

1. Januar 1715 Das Glockenspiel der Parochialkirche, ein Geschenk König Friedrich Wilhelms I. in Preußen, erklingt für die Bewohner Berlins zum erstenmal. 

12. Dezember 1716 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen empfiehlt in einem "Patent wegen Pflanzung der Maulbeerbäume zur Förderung der Seidenfabriken", an allen geeigneten Orten Maulbeerbäume zu pflanzen, und beruft sich darauf, dass z.B. in Spandau und Köpenick schon Seide gewonnen wird. 

19. September 1717 Zar Peter der Große von Russland beginnt einen siebentägigen Besuch in Berlin und wohnt während dieser Zeit mit der Zarin und seinem Gefolge im Schloß Monbijou.

28. September 1717 In Preußen wird die Schulpflicht für Kinder vom fünften bis zum zwölften Lebensjahr eingeführt. In der Folgezeit entstanden in Berlin zahlreiche Volksschulen, in denen Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion gelehrt wurden.

2. April 1718 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen befiehlt der "Societät der Wissenschaften", den Botanischen Garten - an der Straße nach Potsdam, vor dem Dorf Schöneberg gelegen (heute befindet sich an dieser Stelle der Heinrich-von-Kleist-Park) - zu übernehmen. Die Entstehung des Botanischen Gartens begründet sich auf die Anlage eines Hopfengartens im Jahr 1679. 1809 wurde der Garten der Friedrich-Wilhelm-Universität unterstellt und zu einem Botanischen Garten mit wissenschaftlichen Charakter entwickelt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten aufgrund der Stadterweiterungen an seinen heutigen Ort in Lichterfelde verlegt.

29. Dezember 1718 Von einer Gemeinschaft von Hausbesitzern wird die Feuersozietät Berlin gegründet, die sich in ihrem Reglement verpflichtet, im Schadensfall den Wiederaufbau von abgebrannten Gebäuden durch eine Umlage zu finanzieren. Gleichzeitig erlässt König Friedrich Wilhelm I. in Preußen ein "Reglement, wie es bey der in denen Residentzien aufgerichteten Societät mit dem von denen Eigenthümern zur Ersetzung eines Feuerschadens aufzubringenden Beytrag zu halten". 

1720 Zollkrieg zwischen Braunschweig, Wolfenbüttel und Preußen

12. August 1720 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen ordnet an, daß alle Stroh-, Rohr- und Schindeldächer bis zum 1. September 1721 aus Gründen des Brandschutzes zu beseitigen und durch Ziegeldächer zu ersetzen sind. 

23. Mai 1721 Um die Bebauung der Friedrichstadt zu beschleunigen, bietet König Friedrich Wilhelm I. in Preußen in einem Edikt Bauwilligen die kostenlose Bereitstellung von Holz, Steinen und Kalk an. Auch durften sie Häuser mit nur einem Geschoss errichten. 

31. Mai 1721 Christoph Späth, der Gründer des gleichnamigen späteren Gartenbaubetriebes, kauft für 300 Taler das Grundstück »Johannistisch« mit Gebäuden und Stallungen am Halleschen Tor. Späth errichtete dort eine Gemüse- und Blumengärtnerei.

seit 1722 Kriegs- und Domänenkammern verwalten staatliche Güter und Domänen in der Altmark, die städtischen Magistratsverfassungen wurden einer staatlichen Revision unterworfen und die Selbstverwaltung der Städte aufgehoben

1722 Abriss der südlichen Querhausabside an der Klosterkirche Arendsee

16. März 1722 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlässt ein Reglement, dass eine detaillierte Berichterstattung an die Judenkommission gewährleisten soll. Die Judenkommission regelte von 1708 bis 1750 die Angelegenheiten der Juden in Preußen. 

28. April 1723 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlässt ein Edikt "wieder das unvorsichtige und gefährliche Tobackrauchen". Bei Verstößen wurde eine vierwöchige Festungshaft "bey Wasser und Brot" angedroht. 

6. Juni 1724 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen verbietet mit einem Edikt den Reisenden, woanders als in öffentlichen Wirtshäusern zu logieren.

17. November 1724 Es ergeht ein königliches Patent "wegen des zuerlegenden Zolles von denenjenigen, welche die vor dem Stralowschen Thore am neuen Ober-Baum angelegte grosse Communications-Brücke passiren". Die Brücke wurde im gleichen Jahr als Holzbrücke mit Klappen für den Schiffsverkehr erbaut. 

16. Mai 1725 Das Französische Waisenhaus in der Charlotten-/Ecke Jägerstraße (Berlin-Mitte, jetziger Gendarmenmarkt) wird mit der Aufnahme von acht Waisen eröffnet. Die feierliche Einweihung des Waisenhauses erfolgte jedoch erst am 31. Mai 1725. Die Weihrede hielt der Prediger Jacques Lenfant. Das Waisenhaus wurde ca. 1910 abgerissen. An deren Stelle steht heute die Hochschule für Musik Hanns Eisler.

27. November 1725 General von Forcade, Kommandant der Residenz, legt den Grundstein für die Jerusalemkirche in der Friedrichstadt (heute Berlin - Kreuzberg). An dieser Stelle stand zuvor bereits eine Kirche, die bereits 1484 durch einen Bürger Müller gestiftet wurde. Die Jerusalemkirche wurde im zweiten Weltkrig stark zerstört und die Ruine gesprengt. Es erfolgte 1968 ein Neubau der Kirche an der Ecke Markgrafen-/Lindenstaße. An der ursprünglichen Stelle in der jetzigen Rudi-Dutschke-Straße zeugen rote Pflastersteine vom Umriss der alten Kirche. 

18. November 1726 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen verfügt mit einer Kabinettsorder, ein "Lazareth und Hospital vor dem Spandower Thor" (Charité) zum 1. Januar 1727 zu gründen. Es sollte in dem 1710 erbauten Pesthaus, das nie Pestkranke beherbergt hatte, eingerichtet werden. 

10. Januar 1727 Durch die Randbemerkung: "Es soll das Hauß die charite heissen F.W"«, notiert auf einer Steuerakte, führt König Friedrich Wilhelm I. in Preußen die Bezeichnung "Charité" für die Heil- und Lehranstalt vor dem Spandauer Tor ein. 

29. Mai 1728 August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, trifft zu einem Staatsbesuch in Berlin ein. Am Folgetag findet zu seinen Ehren eine große Parade statt.

28. Mai 1730 Ein Blitzschlag in den Turm der Petrikirche in Berlin löst einen Großbrand aus, der die Kirche sowie über 40 anliegende Häuser zerstört. 

28. Oktober 1730 Das Kriegsgericht zu Köpenick (Berlin) beschließt, ein Urteil über den Kronprinzen Friedrich (später der Große von Preußen) abzulehnen und für Hans Hermann von Katte lebenslange Festungshaft. Der König hob das Urteil über Katte auf und befahl dessen Hinrichtung. Diese erfolgte am 6. November. Friedrich unternahm zuvor einen Versuch vor seinem Vater nach England zu fliehen und unterrichtete Katte per Brief von seinem Plan. Das Vorhaben wurde verraten.

16. Juli 1731 Für die neue Kirche in Buch (Berlin) - ein Kuppelbau im Barockstil nach einem Entwurf von Baudirektor Friedrich Wilhelm Dietrichs - wird feierlich der Grundstein gelegt. Nach einer fünfjährigen Bauzeit wurde die Kirche 1736 geweiht. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche als auch das Schloss schwer beschädigt. Das Schloss wurde daraufhin abgerissen und die Kirche wurde 1950 unter Verzicht auf den Turm wiederaufgebaut. Seit 2024 verfügt die Kirche wieder über einen Turm.

23. November 1731 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erlaubt dem Kronprinzen Friedrich wieder das Betreten des Schlosses. Der König hatte ihn ein Jahr zuvor wegen eines mit seinem Freund Hans Hermann von Katte gefassten Plans einer Flucht nach England einsperren lassen. 

30. April 1732 Der erste Zug der 15 000 aus Salzburg vertriebenen Lutheraner trifft in Berlin ein. Von ihnen blieben aber nur wenige, so z.B. 16 berchtesgadische Schnitzerfamilien. 

10. Februar 1734 Der schwedische Astronom Anders Celsius, seit 1732 in Berlin tätig, wird von der Königlichen Societät der Wissenschaften zum auswärtigen Mitglied gewählt. Er führte 1742 die Temperaturskala mit 100 Teilen zwischen Gefrier- und Siedepunkt des Wassers ein.

9. August 1734 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erläßt eine Verordnung, nach der die Berliner Handwerker das Feiern des "blauen Montags" künftig zu unterlassen haben. Seinen Ursprung hat der "blaue Montag" im Mittelalter, als insbesondere nach Feiertagen und Fastenzeiten an den Montagen danach nicht gearbeitet wurde. Daraus entwickelte sich die Tadition, dass Handwerksgesellen an Montagen nicht für den Meister arbeiten mussten und ihrer privaten Arbeit nachgehen konnten. Das "blau" stammt von der mittelalterlichen Tradition die Kirchen an Fastenmontagen mit blauen oder violetten Tüchern zu schmücken.  1731 wurde ein Reichstagsedikt mit dem Verbot des "blauen Montags" erlassen.

1738 Barockisierung der Dorfkirche in Groß Engersen (Sachsen-Anhalt, Altmark)

25. Februar 1739 In der Berliner Börse am Lustgarten (Mitte) werden die ersten Kursnotierungen vorgenommen. König Friedrich Wilhelm I. hatte der Kaufmannschaft das dortige, von Johann Gregor Memhardt gebaute Neue Lusthaus zur Einrichtung der Börse geschenkt.

24. Dezember 1739 Auf Anordnung König Friedrich Wilhelms I. werden erstmalig Droschken für den öffentlichen Verkehr eingesetzt. An fünf Halteplätzen standen 15 Droschkenkutscher mit ihren Fahrzeugen, die nach einem genau festgelegten Tarif fuhren.

Okober 1739 bis April 1740 In Europa begann der Winter schon sehr früh und hielt mit strengen Frösten bis Ende April an. Der Winter 1739/40 gilt als Jahrtausendwinter. Die Ostsee, die Lagune von Venedig, einige Flüsse in Spanien und Portugal und die Adria waren vollständig zugefroren. In Folge des lang anhaltenden Winters gab es im Folgejahr Missernten, was zu schweren Hungernöten führte. 

31. Mai 1740 König Friedrich Wilhelm I. in Preußen stirbt in Potsdam. Am selben Tag bestieg sein 28jähriger Sohn als Friedrich II. den preußischen Thron.

3. Juni 1740 In Berlin werden die Königlichen Getreidemagazine geöffnet, um den durch den katastrophalen Winter 1739/40 eingetretenen Brot- und Fleischmangel und der damit verbundenen Teuerung zu begegnen. Zudem wird Getreide aus Mecklenburg sowie Polen und Russland importiert. In Berlin grassiert der Hungertyphus.

27. Juli 1740 König Friedrich II. erläßt ein "Patent, daß alle nützliche und geschickte Leute, welche aus fremden Landen in Berlin sich häuslich niederlassen, außer den bisherigen Beneficiis auch die Accise- und Servis-Freyheit auf zwey Jahr geniessen sollen". 

1. August 1740 Eine Sonderverwaltung zur Förderung der Seidenindustrie in Brandenburg nimmt ihre Tätigkeit auf. 

3. August 1740 Der junge König Friedrich II. in Preußen schenkt seiner Gemahlin Elisabeth Christine "unser Schloß Schönhausen benebst denen dahin behörigen Gebäuden und den Garten gehörigen Inventario und Diensten auf Ihre Lebenstage". Hier verbrachte die Gattin des Preußenkönigs ihre Zeit bis zum Tod Friedrichs. Die Ehe der beiden war nur eine Formalie. Kinder gingen aus der Verbindung nicht hervor. 

20. Oktober 1740 Karl VI. stirbt, er hinterlässt seiner Tochter Maria Theresia das habsburgische Erbe, Frankreich, Großbritannien und Russland erkennen das Erbe an, Bayern erhebt jedoch aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen Ansprüche auf Teile des Erbes

16. Dezember 1740 Der Preußenkönig Friedrich II. nutzt die durch die Erbstreitigkeiten geschwächte Position der Habsburger und überfällt die habsburgische Provinz Schlesien

12. September 1741 Ein Koalitionsheer von bayrischen und französischen Truppen marschieren in Österreich ein und lösen den österreichischen Erbfolgekrieg aus, Spanien schließt sich der Koalition der Angreifer an während Großbritannien und die Niederlande auf der Seite Österreichs stehen, der Erbfolgekrieg dauert bis 1748

1742 Das Patronat an der Kirche in Rohrberg geht auf die Adelsfamilie von Schulenburg über

24. Januar 1742 Karl Albrecht von Bayern wird in Frankfurt/Main als Karl VII. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, seit 1411 ist er damit der erste Kaiser, der nicht dem Hause Habsburg entstammt

28. Juli 1742 Um sich auf den Erbfolgekrieg konzentrieren zu können, schließt Maria Theresia einen Friedensvertrag mit dem Preußenkönig Friedrich II., Schlesien geht an Preußen und damit wird Preußen nach Österreich die zweitstärkste Macht im Heiligen Römischen Reich

20. Januar 1745 Kaiser Karl VII. stirbt in München

13. September 1745 Franz Stephan von Lothringen, Ehemann von Maria Theresia, wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, er trägt den Namen Franz I., da er nicht habsburgischer Abstammung ist, wurde die Dynastie Habsburg-Lothringen geschaffen

1748 Der Westflügel der Klausur im Havelberger Dom wird als Gefängnis im Erdgeschoss und Kornboden im Obergeschoss beschrieben, der Keller war ein Weinlager

01. Oktober 1755 Starkes Erdbeben bei Lissabon, Erschütterungen sind in ganz Europa spürbar, auch im Deutschen Reich kam es u.a. zu Gebäudeschäden

01. Mai 1756 Österreich (Habsburger) schließen ein Defensivbündnis mit den Franzosen, damit endet die seit 200 Jahren bestehende Feindschaft zwischen den Herrschaftshäusern

29. August 1756 Das mit Großbritannien alliierte Preußen überfällt Sachsen und löst damit den Siebenjährigen Krieg aus, auf der Gegenseite stehen Österreich, Frankreich und Russland, der Krieg endet 1763 ohne dass sich machtterritoriale Änderungen ergeben

1757 Die Familie des des Preußenkönigs Friedrich II. wird während des Krieges gegen Österreich im Magdeburger Schloss einquartiert

27. März 1764 Der Habsburger Joseph II. wird in Frankfurt/Main zum römisch-deutschen König gewählt und am 3. April gekrönt, nach dem Tod von Franz I. Stephan im gleichen Jahr übernimmt er den Kaisertitel

1770 Das Altmarkflüsschen Milde wird im Auftrag des preußischen Königs Friedrich II. erstmals reguliert

04. März 1772 Österreich, Russland und Preußen teilen weite Teile Polens unter sich auf

1776/77 Aufstellung der Orgel mit 2.200 Pfeifen von Johann Gottlieb Scholtze aus Neuruppin im Havelberger Dom, erbaut aus einer Vorgängerorgel von 1695

1779 Abriss des Dachreiters über der Vierung an der Klosterkirche Jerichow

29. November 1780 Maria Theresia stirbt in Wien, ihr Sohn Joseph II. tritt in das habsburgische Erbe ein

08. Juni 1783 der Vulkan Laki auf Island bricht aus, der Ausbruch dauert ca. 8 Monate, der Winter 1783/84 war extrem kalt mit viel Eis und Schnee, mit der Schneeschmelze kam das Treibeis, was in weiten Teilen Deutschlands zu extremen Hochwassern führte

14. Juli 1789 Sturm auf die Bastille in Paris und Beginn der Französischen Revolution

20. Februar 1790 Kaiser Joseph II. stirbt in Wien

30. September 1790 Der Habsburger Leopold II. wird in Frankfurt/Main zum römisch-deutschen Kaiser gewählt und am 09. Oktober 1790 gekrönt

01. März 1792 Nach nicht einmal zwei Jahren Amtszeit stirb Kaiser Leopold II. in Wien

05. Juli 1792 Der Habsburger Franz II. wird zum römisch-deutschen König gewählt und am 14. Juli 1792 in Frankfurt/Main unter dem Namen Franz I. zum Kaiser gekrönt, er ist der letzte gekrönte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

1794 Abriss des Westturmes bis auf die Höhe des Mittelschiffes an der Lorenzkirche in Salzwedel